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Nachdenkliches

Trägst Du noch (BHs) oder atmest Du schon (frei)?

Zuhause trage ich so gut wie nie einen BH. Stört, zwängt ein und ist eigentlich ein – für mich – unnötiges Kleidungsstück. Zudem habe ich sowieso Probleme einen Passenden zu finden. In meinen könnte ich wahlweise noch zusätzlich Socken lagern oder Taschentücher oder Gepäck für eine Nacht … Oder ich müsste vielleicht in der Kinderabteilung einkaufen. Denn 70A ist mir – je nach Schnitt – manchmal noch zu groß.

Mir ist schon klar, dass das nicht jeder Frau so geht, aber ich mit meinen „Mini-Dingern“ benötige BHs nur, damit mir Klamotten besser passen. Oberteile sind meistens auf die statistische Durchschnittsgröße – 75B, soweit ich weiß – der Brüste der Frauen zugeschnitten. Da kann ein Oberteil einfach schon mal nicht für mich in Frage kommen, weil es nicht richtig passt oder auch einfach nur nicht gut aussieht, weil eben „etwas“ fehlt.

Und ja, natürlich weiß ich, dass die eine oder andere Frau das gegenteilige Problem hat, weil sie eben mehr Oberweite hat als der Durchschnitt.

Tatsächlich hat mich meine Mutter ausgelacht, als ich das erste Mal fragte, ob ich nicht bald auch mal einen BH bräuchte. Meine Freundin hatte mich damals darauf hingewiesen, dass sich es nicht gehören würde, wenn ich keinen trage. Meine Mutter ist allerdings der Ansicht, dass Frauen, die nicht viel haben, doch froh sein können, keinen tragen zu müssen (den genauen Wortlaut unterschlage ich an dieser Stelle einfach mal). Klar, dass ich diese Ansicht damals nicht so klasse fand, wie ich es heute tue. Und ich fand es untypisch und manchmal auch peinlich, dass meine Mutter selbst keinen getragen hat. Irgendwann bin ich jedenfalls dazu übergegangen, mir BHs zu kaufen und anzuziehen. Es hat meine „Kleinen“ schließlich so nett gepusht und ich sah nicht ganz so platt aus. So habe ich es eigentlich bis heute gehalten. Meine BHs sind alle leicht gepolstert und das, obwohl ich grundsätzlich keine Komplexe habe, aber es sieht einfach besser aus, wenn da etwas „mehr“ ist. Allerdings habe ich auch keine Probleme das offen zu kommunizieren.

Aber ich schweife ab: Ich trage also wie gesagt daheim fast nie einen BH und mag es auch sonst eher bequem und „frei“.

Vor einigen Wochen war es dann so weit: Ich habe mich plötzlich gefragt, warum ich eigentlich immer ganz selbstverständlich einen BH anziehe, wenn ich das Haus verlasse. Darüber nachgedacht hat sich in mir sofort der Gedanke geregt, dass „frau“ das einfach nicht macht. Jedenfalls nicht, wenn es deutlich zu sehen ist. Tatsächlich wird mir mein BH-Los-Sein direkt bewusst, wenn jemand an der Tür klingelt und ich nur ein leichtes Shirt trage. Das ist doch schließlich irgendwie billig und aufreizend … oder? Natürlich habe ich das gleich mal gegoogelt oder es zumindest versucht. Übrigens gar nicht so einfach etwas darüber zu finden. Ob darüber etwas im Knigge steht? Tatsächlich scheinen die Meinungen da sehr geteilt zu sein. Klar ist aber, dass es anscheinend eher unseriös erscheint und zumindest im Beruflichen ein No-Go ist.

Ich muss gestehen, dass mich daran vor allem fasziniert, dass es für mich selbst ein kontroverser Gedanke ist und das, OBWOHL ich meine BH-lose Mutter zum Vorbild hatte.

Ist es also tatsächlich das Gesellschaftsbild, die soziale Prägung, die da in mir wirkt? Und ist es falsch oder ordinär oder gewagt oder ungehörig, wenn ich für mich entscheide, dass ich dieses Kleidungsstück nicht immer oder vielleicht sogar gar nicht benötige?

Dann habe ich das Thema bei ausgewählten Freunden angesprochen, bei denen ich mir sicher war, dass das Thema nicht schon von vornherein schambehaftet ist. Spontan kamen Reaktionen, wie ich sie bei mir selbst erlebt habe. Gleichzeitig gab es immer irgendwie das gleiche Ergebnis: Keiner weiß so genau, warum, aber ohne BH kann gleichermaßen billig, verrucht, schön, hässlich und sexy sein. In der Freizeit wohl ok, aber Frauen müssten dann auch damit leben, dass sie vielleicht von dem einen oder anderen Menschen falsch verstanden werden. Internet und Freunde scheinen sich aber mindestens in einem Punkt einig: Im Berufsleben „kann man das nicht bringen“.

Schlussendlich der Selbstversuch:

Ich habe einfach mal keinen BH angezogen! Ja. Echt. Draußen! Allerdings gebe ich zu: In einem Shirt, das am Ausschnitt leicht gerafft ist und so vermeintlich sich durchdrückende Brustwarzen kaschiert. Ich habe den ganzen Tag bewusst gespürt, dass da etwas fehlt. Es war toll, befreiend und leicht, aber gleichzeitig habe ich mich gefühlt, als würde ich irgendeine Regel brechen oder mich schlecht benehmen. Reaktionen anderer sind mir dabei nicht aufgefallen. Vielleicht war das Kleidungsstück auch einfach zu geschickt ausgewählt. Weitere Tests müssen daher wohl folgen.

Bei diesem „Experiment“ ist mir dann aber etwas eingefallen: Ist es vielleicht sogar schädlich für das Gewebe oder langfristig optisch kontraproduktiv? Ich meine: Wer will schon schlaffe, herunterhängende Brüste haben oder bei seiner Partnerin … ? Also vielleicht ist das Tragen eines BHs sogar medizinisch und kosmetisch zu empfehlen?

Deshalb habe ich dann einfach kontrovers gegoogelt: „BH schädlich“.

Mach´ das ruhig mal! Da gibt es Treffer, bei denen von vorzeitiger Erschlaffung des Gewebes und erwiesener schwererer Atmung bei Sportlerinnen, Verringerung der Melatoninproduktion und sogar von erhöhtem Brustkrebsrisiko die Rede ist … Natürlich „sagt“ das Internet viel und auch oft richtig viel Blödsinn, aber mich regt es zumindest zum Nachdenken und Weiterlesen an.

Der französische Sportmediziner Jean-Denis Rouillon ist durch seine Studien zu der Überzeugung gelangt, dass das Tragen von BHs nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern möglicherweise sogar das Erschlaffen des Gewebes fördert. Die Brüste seiner Probandinnen seien ohne das Tragen von BHs straffer geworden, und Schwangerschaftsstreifen seien verblasst. Durch das Tragen eines BHs würden Frauen ihren Körper bereits in jungen Jahren in eine Abhängigkeit bringen, so dass es je nach Brust und individueller Körperbeschaffenheit nicht für jeden ratsam sein kann, von heute auf morgen den BH direkt in jeder Situation wegzulassen. Hier scheint eine langsame Entwöhnung – sozusagen ein Training – angeraten.

Nach einigem Stöbern, Nachdenken und Diskutieren frage ich mich schlussendlich nur noch intensiver: Warum tragen eigentlich so viele Frauen BHs, obwohl sie es vielleicht ohne angenehmer fänden und das Tragen vielleicht sogar gesundheitlich / kosmetisch fragwürdig ist?

Am meisten würde ich persönlich gerne wissen, ob es mehr Frauen wie mir geht und sie irgendwo tief in sich verankert haben, dass es schlechtes Benehmen sein könnte, keinen BH zu tragen, dass sie billig oder übertrieben aufreizend erscheinen könnten und es peinlich ist, wenn sich Brustwarzen sichtbar abzeichnen. Schlussendlich muss ich zum Thema anscheinend davon ausgehen, dass ich an manchen Stellen konservativer denke, als ich bisher angenommen habe. Denn eigentlich bin ich nicht verklemmt und kann offen und frei über Körperlichkeit und Sexualität sprechen. Falls ich diesbezüglich aber kein Einzelfall sein sollte: Was ist eigentlich aus der sexuellen Revolution und Emanzipation beim Thema BHs geworden? Haben die nach der Abschaffung des Korsetts und mit den BHs Halt gemacht? Oder ist das nur mein sehr begrenzter persönlicher Eindruck?

Für mich bleibt das Thema also unter dem sozial-gesellschaftlichen und medizinischen Gesichtspunkt weiterhin spannend.

Und Du?

Wie ist da Deine Empfindung? Weißt Du, was „Deine“ Menschen darüber denken? Und trägst Du immer einen BH oder vielleicht sogar nur selten oder gar nicht? Wie geht es Dir dabei, wenn Du ihn mal weglässt? Und was denkst Du als Mann über BH-lose Frauen?

Ich bin ganz gespannt auf Deine Meinung! Wenn es Dir zu unangenehm sein sollte, das hier zu kommentieren, dann schreib mir doch einfach eine Mail. Ich freue mich drauf!

Und: Lass´ doch mal den BH in der Schublade :)

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20 Kommentare

  • Reply Lika 12. November 2015 at 11:16

    Hallo!

    Wie befreiend :) ich habe etwa die selbe Oberweiten-„Größe“ und trage so gut wie nie BHs, meist nur leichte kurze Unterleibchen oder gar nichts. Beim Sport fühle ich mich durch die Sportunterwäsche oft wirklich eingeschränkt in meiner Atemtätigkeit, auch den Pulsgurt vertrage ich nicht sonderlich, da wird mir manchmal richtig übel. Am Anfang wars noch komisch oben „ohne“ herum zulaufen, mittlerweile finde ich es normal und bin zufrieden so wie es ist :)
    Einzig wenn ich ins Theater gehe oder ein Anlass feine Kleidung verlangt trage ich BHs, weil eben der Ausschnitt sonst eher einer Gletscherspalte gleicht ;)

    In diesem Sinne viel Spaß mit der neuen Freiheit, alles Liebe

    Lika

    • Christin
      Reply Christin 12. November 2015 at 11:35

      Hallo Lika.
      Danke für Dein klasse Feedback! Ich freue mich gerade wie ein Schneekönig, dass es Dir genauso geht, dass Du das Weglassen von BHs als alltagstauglich empfindest und mir so offen von Deinen Erfahrungen schreibst. Gerade auch, dass Du Erfahrungen beim Sport gemacht hast, die die Ergebnisse der Sportstudie untermauern. Vielen Dank dafür und liebe Grüße Christin

  • Reply Michaela 15. November 2015 at 22:27

    Ich bin zufällig auf deinen Artikel gestoßen und war fasziniert das auch anders so über das Thema BH denken.
    Mir geht es genauso, daß ich mich ohne BH besser, freier fühle. Jedoch es ein komisches Gefühl war in wegzulassen, weil ich mir dachte man was denken die Leute von mir. Es ist echt schon makaber wie sehr wir uns heut zu Tage von der Gesellschaft immer noch in

    • Reply Michaela 15. November 2015 at 22:36

      …. immer noch beeinflussen lassen.
      In zwischen bin ich immer selbstbewusster und lasse den BH des öfteren weg.
      Es ist ein schönes Gefühl und gleich zeitig fühlt man sich auch auf eine andere Art Sexy. Ein Super Artikel und schön das Du das Thema aufgegriffen hast. :-)

      LG Michaela

      • Christin
        Reply Christin 16. November 2015 at 17:06

        Hallo Michaela.
        Ich hatte schon ein paar Bedenken diesen Artikel zu veröffentlichen, aber langsam fühle ich mich doch recht wohl damit. Daher auch an Dich ein riesiges Danke für Deine Offenheit und Deine Einstellung / Erfahrung zum Thema. Bin froh, dass das „komisch fühlen“ nicht nur meine Baustelle ist. Aber mit dieser Stärkung im Rücken, fühlt sich keinen BH tragen gleich noch viel besser an!
        Liebe Grüße Christin

  • Reply Sandra K 23. Februar 2016 at 5:06

    Hallo,
    den Gedanken, einfach mal auf den lästigen und oft ja auch störendene, kneifenden BH zu verzichten hatte ich auch schon oft. Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich es mal probiert habe. Und es war überhaupt nicht problematisch, im Gegenteil! Es fühlte sich gut an, dass mein Busen sich etwas bewegen konnte, es fühlte sich gut an, dass keine Bügel oder Träger eingeschnitten haben. Seit dieser Erfahrung trage ich nur noch selten einen BH und geniesse viel öfter das unbeschwerte Gefühl, dass mein Busen ganz natürlich oben ohne ist, auch wenn sich ohne den Büstenhalters meine leider (?) oft mal aufgerichteten Nippel etwas abzeichnen. Das macht mir aber nichts aus, auch bei leichten Tops oder sommerlichen Blusen lasse ich inzwischen meistens den BH weg und es ist gut, einfach gut! Übrigens fühlt sich das ein bisschen wie früher an, als ich im Urlaub und an den Baggerssen oft mein Bikinitop ausgezogen habe oder gar nicht erst angezogen habe. Das schöne Gefühl, dass wirklich nichts am Busen stört und wie sich die Brüste ganz ungehindert bewegen können, das ist schon schön. Meinem Mann gefällt das auch und er findet es völlig okay, dass ich barbusig bade und dass die Größe und Form meines Busens ohne BH ungeschönt erkennbar ist. Ich kann auch sagen, dass es weder böse noch geile Blicke gibt, nur weil ich meistens ohne BH bin, und das bei einer eher vollen 80 C Oberweite. Weil ich seit über einem Jahr auf den BH verzichte habe ich auch letzten Sommer wieder am Strand oft oben ohne gesonnt und auch ohne Bikinitop gebadet, es war ein echt befreites Gefühl, besonders das Baden im Meer mit nacktem Busen ist wirklich prickelnd!

    • Christin
      Reply Christin 24. Februar 2016 at 22:09

      Hallo Sandra.
      Ich bin sozusagen erleichtert, dass Du mit Deinem ausführlichen Bericht bestätigst, dass bh-los auch mit größeren Brüsten funktioniert. Finde klasse was Du schreibst und besonders, dass Du so selbstbewusst mit dem Thema umgehst. Inspiriert mich. Vielen Dank!

  • Reply Ruth 26. Mai 2016 at 20:20

    Hallo Christin,
    ich bin froh, dass du das Thema angeschgnitten hast, denn ich weiß, dass es sich sehr befreiend ohne BH anfühlt, aber auf der anderen Seite war bisher tatsächlich immer die Sorge: Was denken die Anderen, wenn sie mich so sehen…mein Mann fände es bei meiner kl. Körbchengr. kein Problem.Vielleicht sollte ich im Alltag mal mutiger werden? Bei öffentlichen Auftritten fände ich aber eine schön geformte Oberweite von Vorteil.In Australien..so meine Tochter, tragen ganz viele Frauen keinen…die habens gut!

  • Christin
    Reply Christin 30. Mai 2016 at 20:02

    Hallo Ruth.
    Danke für Deine offenen Zeilen. Freue mich weiterhin über jeden der hier seine Ansicht zum Thema teilt.
    Deine Sorgen kann ich wirklich gut nachvollziehen und wie Du liest, teilen diese einige. Aber es lohnt sich wirklich mutiger zu werde, aber das muss natürlich nicht für jede Situation gelten. Das wichtigste ist, dass Du Dich wohl fühlst.
    Das mit Australien ist ja interessant. Weißt Du woran das liegt?
    Danke und Dir alles Gute!

  • Reply Nina 29. September 2016 at 19:47

    Ich habe ‚leider‘ relativ viel Busen, aber einfach keine Lust einen BH zu tragen, nur weil es in der Gesellschaft üblich ist. Ich finde es ohne gemütlicher. Klar gibt es Momente wo es einfach nicht anders geht, aber solange ich nicht muss trage ich keinen. Ich finde es angenehmer.

    • Christin
      Reply Christin 7. Oktober 2016 at 16:41

      Hallo Nina. Danke für Dein Feedback. Klasse zu lesen, dass auch Frauen mit „mehr“ gerne „ohne“ sind. Danke und weiter so :)

  • Reply Mechthild Romahn 31. Oktober 2016 at 16:37

    Hey, Christin!
    Frauenkleidung ist oft echt unbequem! Mich nervt das schon lange. Ich bin 56 Jahre alt und trage so gut wie nie einen BH, weder früher noch heute. Ich habe zum Glück nicht besonders große Brüste (aber auch keine ganz minikleinen) und sie sind trotz meines Alters, einer Schwangerschaft und einer langen Stillzeit noch ganz gut in Form. Wenn ich ganz selten doch mal einen BH tragen muss, ist es das erste, was ich tue, wenn ich nach Hause komme, dass ich mir das Ding vom Leibe reiße. Es ist einfach unbequem!
    Ich habe allerdings auch keine Lust, dass mir jeder zuerst auf den Busen guckt, weil sich da was abzeichnet oder bewegt. Das vermeide ich ich, indem ich Oberteile trage, die so locker fallen, dass da nichts auffällt oder ich trage über engeren Shirts gerne hübsche Weste. Die habe ich in verschiedenen Stoffen und Schnitten, so dass sie zu den verschiedensten Gelegenheiten und Jahreszeiten passen. So fühle ich mich am wohlsten. (Man könnte echt sagen, dass diese Westen meine Markenzeichen sind.)

    Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass ein BH den Lymphfluss behindert und es wurde die Frage aufgeworfen, ob Brustkrebs damit irgendwie in Zusammenhang steht. Finde ich vorstellbar.

    Ja und noch eins: In meinen jungen Jahren war Emanzipation ja noch ein viel größeres Thema als heute. Es gab damals ein Buch (schade, weiß den Titel nicht mehr), in dem die Welt total verdreht war: Frauen hatten die klassische Männerrolle und Männer hatten die Rolle und die Funktionen, die in echt Frauen hatten (haben?) und dazu gehörte, dass Männer selbstverständlich einen PH (Penishalter) zu tragen hatten. Der war oft auch ziemlich unbequem, denn der PH hatte die Aufgabe, die männlichen Genitalien zu optimieren, so dass Form, Größe und Stellung besonders geschickt betont wurden, damit sie den Frauen auch gefielen. Das Buch war sehr witzig, aber es zeigte eben auch, was Frauen oft mit sich machen, um zu gefallen. Hat mich damals auch recht nachdenklich gemacht.

    Dein Blog ist übrigens KLASSE!
    Liebe Grüße
    Mechthild

  • Christin
    Reply Christin 29. Dezember 2016 at 12:44

    Liebe Mechthild.
    Danke für Deinen ausführlichen und klasse Kommentar. Hat mich unglaublich gefreut von Deinen Erfahrungen zu lesen. Besonders, weil es natürlich besonders interessant ist, zu erfahren, ob meine Recherchequellen gut waren und keinen BH zu tragen gerade eher nicht zu schlaffen Gewebe führt. Tausend Dank daher, dass Du Deine Erfahrungen und auch Deine tollen Tipps hier teilst. Das mit den Westen kann ich mir sehr gut vorstellen und der Zusatzeffekt, dass das sozusagen Deinen eigenen Stil darstellt, gefällt mir. Ich habe ja selbst berichtet, dass ich mich mit lockere Oberteilen recht wohl BH-los fühle. Das ist dementsprechend eine sehr gute Lösung und sieht m.E. auch ansprechend aus.
    Bezüglich der Gefahr für Brustkrebs habe ich für diesen Artikel recherchiert. Allerdings gab es zum Zeitpunk nur ein Forscherpaar, welches das behauptet und auch versucht zu belegen. Allerdings wurden diese Theorien wohl alle widerlegt und entkräftet. Ich bin natürlich kein Wissenschaftler und möchte hier nichts behaupten, aber nachdem was ich herausgefunden habe, scheint es tatsächlich bei BH-tragenden Frauen rein statistisch mehr Brustkrebs zu geben, allerdings liegt das wohl auch an der statistischen Erhebung selbst: Vereinfacht und absolut ohne Gewähr erklärt: Frauen mit kleineren Brüsten tragen öfter keinen oder zumindest seltener BH als Frauen mit großen. Große Brüste haben mehr Gewebe und damit steigt auch die Gefahr für Krebs. Das Reibung, Druck und Quetschung durch hier eine Rolle spielt, konnte meines Wissens bisher nicht belegt werden oder wurde sogar widerlegt. Bitte entschuldige, dass ich das nicht perfekt oder genauer hier darlegen kann. Im Artikel selbst habe ich das Thema nicht aufgegriffen, da ich selbstverständlich nichts behaupten will, was ich selbst – und ohne tieferes Wissen der Materie – nur durch Recherche herausgefunden habe.
    Das von Dir angesprochene Buch klingt definitiv witzig und macht nachdenklich. Es ist tatsächlich ein großes Thema warum Menschen und in dem Fall Frauen manche Dinge tun oder auf sich nehmen. Aber ich glaube auch, dass es hier unterschiedliche Gründe geben wird, so wie die Menschen unterschiedlich sind. Gefallen wollen wird definitiv eine Rolle spielen, aber „es“ lässt sich ja auch als Instrument nutzen oder auch als Maske. Dazu fällt mir jede Menge ein. Danke für die Inspiration. Vielleicht wäre das Material für einen eigenen Artikel.
    Viele liebe Grüße und toll, dass Du „hier“ bist.
    Christin

  • Reply Ulrike 14. April 2017 at 12:03

    Hallo an alle,
    Ich bin gerade 60 geworden. Ich habe mit 16 aufgehört BHzz tragen. Damals war das für „aufmüpfige“ Mädels ein muss. Meine Eltern waren total dagegen , mein Vater wollte mich beinahe rauswerfen. Aber ich hab s durchgezogen , nicht zu letzt weil s einfach bequemer ist. Dünne Shirts, anliegende Rollis, durchsichtige Blusen trug ich damals und trage ich auch heute noch gerne. Letztes Jahr habe ich mir von meiner Schneiderin ein durchsichtiges Oberteil aus Strumpfhosenstoff anfertigen lassen. Ich trage das z. B. Zu nem Blazer , Markene- Dietrich Hosen und high heels, das ist klasse, finde ich. Ich trage wie schon gesagt nie BH. Auch nicht im Geschäft. Es hat noch nie jemanden gestört, obwohl ich nicht etwa durch weite Pullis oä versuche meine Brüste zu verbergen. Zu meinem 50. Geburtstag habe ich mir mein erstes Piercing gegönnt. Zum 60. zu guter letzt ein Zungenpiercing. Ich fühle mich absolut wohl und kann mir nicht vorstellen, jemals wieder nen BH zu tragen. Auch wenn meine beiden mit der Zeit schlaffer werden sollten. Bisher habe ich damit, obwohl sie nicht gerade klein sind(Körbchengroösse weiß ich nicht), kein Problem.
    LG
    Uli
    PS würde nicht über Ein Feedback freuen.

  • Christin
    Reply Christin 14. April 2017 at 17:02

    Hallo Ulrike.
    Danke, dass Du Deine inspirierende Geschichte hier auf meinem Blog teilst.
    Von Dir kann ich definitiv noch etwas lernen. Mir gefällt es, dass Du – gegen alle Konventionen – nicht versuchst Dein „Tun“ zu verbergen, sondern offen damit umgehst bzw. wirklich Dich so verhältst, wie es Dir entspricht und wie es für Dich komfortabel ist. Nicht jeder ist bereit, die durch unkonventionelles Verhalten entstehenden Probleme und Schwierigkeiten zu meistern, die Du so taff bewältigt hast.
    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und bin tatsächlich neugierig, was Du Dir als nächstes gönnen wirst.
    Liebe Grüße Christin

  • Reply Peter 3. Mai 2017 at 23:30

    Als Mann kann ich natürlich nicht über den praktischen Nutzen mitreden. Ich hab keine Ahnung von der Notwendigkeit zu stützen, plätten, puschen oder zu halten. Wenn es bei Sportlerinnen anfängt zu schwingen, kann ich mir schon vorstellen, das es evtl. ab einer gewissen Größe unangenehm wird, das müsst ihr selber spüren.
    Die wenigsten Männer werden eine Frau für „billig“ halten, wenn sie keinen BH trägt. Die Männer machen sich darüber nähmlich keine Gedanken. Wenn der BH allerdings schlecht sitzt kann er z.B. einige Fettpolster sehr negativ hervorheben, das würde einem Mann auffallen. Also habt den Mut auf euch zu hören und last den BH weg, wenn er stört. Die Männer werden euch nicht verurteilen. Ich selber finde es schöner, wenn eine Frau sich natürlich zeigt.

    • Christin
      Reply Christin 4. Mai 2017 at 10:58

      Hallo Peter.
      Ich freue mich natürlich über jeden Kommentar, aber natürlich habe ich gehofft hier früher oder später eine männliche Meinung zu hören. Vielleicht wollen und sollen Frauen nicht alles an den Ansichten der Männer ausrichten, aber trotzdem interessiere ich mich natürlich wie Männer die Sache sehen und was eine BH-lose Frau für sie „aussagt“ oder eben auch nicht. Dein Kommentar ist dementsprechend erfreulich für mich und für andere Frauen, die keinen oder nur noch selten BH tragen möchten. Also ganz herzlichen Dank für Deine unterstützenden Worte, die positive Einstellung zum Thema und dass Du Dir die Zeit genommen hast hier „mitzureden“. Das hat mir definitiv den Tag versüßt.
      Liebe Grüße Christin

  • Reply Kali 7. Juli 2017 at 1:21

    Ich bin über 50 und habe in meinem Leben noch nie einen BH getragen. Das war in meiner Jugend völlig normal. BHs trug nur, wer sie aufgrund der Göße wirklich brauchte. Auf diesen Block gestoßen bin ich, weil mir letztens aufgefallen ist, daß heute die jungen Frauen eigentlich ausnahmslos BH tragen. Ich frage mich, warum und wann sich das geändert hat. Als ich aufwuchs, wurde es ausgenutzt, keinen BH tragen zu müssen. Das hat sich definitv geändert. Das Argument, daß es billig wirkt, finde ich merkwürdig. Der Körper sieht nun mal aus, wie er aussieht. Was soll daran billig sein? Frauen haben Brüste und unter der Kleidung sind sie sichtbar, ob mit BH oder ohne. Es ist ja nicht so, daß man ohne BH nackt wäre. Wenn ich ein Bikini-Oberteil trage, bin ich jedesmal froh, es wieder auszuziehen, da ich es als beschränkend empfinde für die Ausdehnung des Brustkorbs bei der Atmung. Woran liegt es also, daß so viele junge Frauen einen BH tragen, obwohl er unbequem ist und sie nicht verpflichtet sind, ihn zu tragen? Was für ein Körperbild und Frauenbild steckt dahinter, wenn der Dresscode offenkundig konservativer wird?

    • Christin
      Reply Christin 7. Juli 2017 at 10:56

      Hallo Kali.
      Danke für Deinen ausführlichen und auch spannenden Kommentar. Genau die Fragen, die Du aufwirfst, habe ich mir damals gestellt und mich vor allem über mich selbst gewundert. Inzwischen gehe ich persönlich von verschiedenen Beweggründen aus, die aber zusammenspielen. Der Punkt mit den verinnerlichten Konventionen spielt sicherlich eine Rolle, aber der BH bietet auch Möglichkeit der optischen Manipulation des eigenen Äußeren. Mit einem BH kann eine sehr kleine Brust größer werden und ein Dekolleté praller, „ungeliebte“ Formen werden verändert und insgesamt der Körper mehr an das Wunschbild oder Zielbild angepasst.
      Betreffend der Konventionen habe persönlich den Eindruck, dass um so offenherziger und sexualisierter die mediale Welt wird, desto konservativer wird das reale Leben. Vielleicht eine ausgleichende Gegenreaktion…? Wer weiß. In jedem Fall freue ich mich sehr über Deine Sichtweise und Deine Gedanken zum Thema. Vor allem auch, dass Du aussprichst, was eigentlich die „Problematik“ am Thema ist. Jede Frau hat Brüste und es sollte nicht notwendig sein sie mehr als zu bedecken um nicht nackt zu sein. Vor allen nicht für den Preis sich eingeschränkt zu fühlen, erschwerter Atmung und der Schwächung des Gewebes.

  • Reply Katharina 26. August 2017 at 18:19

    Hi,

    Also ich habe auch relativ wenig oberweite und trage daher auch keinen bh. Nur unter einem kleid oder an bestimmten Anlässen. Ansonsten trage ich ein Top oder bustiers drunter.
    Meine Mutter versucht mir einzureden dasoohne bh gar nicht geht
    aber ich frage mich immer ob das andere tatsächlich stört oder überhaupt auffällt

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