Kokosöl, Leinöl, Mandelmus: Deine vegane Butter Trösterei
Ernährung, Rezepte

Kein Ersatz für : Butter

Tierische Lebensmittel versuche ich, so gut es geht, zuhause zu vermeiden. Das Wieso und Warum ist an dieser Stelle nebensächlich, deshalb werde ich hier kein Fass aufmachen und mir das lieber für eine andere Gelegenheit aufheben.

Nach einer kleinen Phase der Umgewöhnung fällt es mir meist leicht, etwas aus meinem Speiseplan zu streichen und fühlt sich nach einer Weile nicht mehr wie ein Verzicht an. Nun bin ich aber auch „nur“ ein Mensch und es gibt das eine oder andere, was mir tatsächlich fehlt.

Dazu zählt…

Butter

Auf ein gutes Brot hat für mich immer viel gute Butter gehört. Ich habe immer lieber auf den Belag verzichtet als auf meine geliebte Fettschicht. Ohne Butter war die ganze Kombination für den… also, eben dahin.

Brot mit ... "Butter"Brot mit … „Butter“

Nun ist Butter – dummerweise – ein Milchprodukt. Wie für viele tierischen Produkte gibt es auch für Butter einen veganen Ersatz im Supermarkt. Zumindest nehme ich das einfach mal an.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber vieles aus dem „veganen“ Kühlschrank klingt so garnicht mehr nach „Lebensmittel“, sondern nach einem Produkt aus dem Labor.

Genau deshalb verzichte ich lieber auf diese fertigen Ersatzprodukte oder suche mir etwas anderes, gerne selbst zusammengeschustertes, aber die Hauptsache: ohne fragwürdige Inhaltsstoffe, die für mich eher in den Chemiebaukasten als in meinen Körper gehören.

Aber zurück zum Thema: Mir hat die Abwesenheit von Butter das Brot essen gründlich verdorben. Klingt sogar für meine Ohren schräg, wenn ich das so schreibe… Und klar, es gab Butter-Rückfälle in schwachen Momenten, ich habe zeitweise komplett auf Brot verzichtet und lustige Versuche durchgeführt.

Natürlich habe ich auch gegoogelt was das Zeug hält.

Wenn ich aber dann las, was ich alles für einen „echten“ selbstgerührten Butterersatz laut veganer Plattformen, Kochbüchern oder Blogs brauchen würde, verging mir schon beim Lesen die Lust. Viel zu viel Aufwand, keine Spontanität und Unmengen von Zeug, was es zu besorgen und beachten gilt.

Dieses Vorgehen widerspricht meinem Naturell.

Zum Überbacken für Käsegerichte oder sämige Soßen hat es für mich Cashew-Sahne und Cashew-Creme voll getroffen. Wahnsinn, wie super es sich damit überbacken lässt. Der Gedanke lag nahe, dass Cashew auch ein guter Austausch für Butter sein könnte. Aber das war leider nichts.

Erlösung fand ich dann tatsächlich nicht im Internet, sondern durch ein faszinierendes Gespräch mit einem wildfremden Menschen, der eines Tages im Flugzeug neben mir saß. Durch einen Zufall entdeckten wir, dass wir in punkto Lebensmittel ähnliche Ansichten haben und eine Leidenschaft teilen. Der Flug war besonders kurzweilig und zumindest mein Notizbuch wurde reichlich gefüttert.

Die restlichen ausgetauschten Informationen werden hier und da im Blog auftauchen, aber nun widme ich mich erst einmal der schmerzlich vermissten Butter.

Zuerst noch eine Warnung: Als Butterliebhaber könntest Du enttäuscht sein, denn dieses „Rezept“ versucht nicht, einen Ähnlichkeitswettbewerb zu gewinnen. Meine Lösung ist kein 1:1-Ersatz, aber es hat mir die Freude zurückgebracht, die ich früher an Butter hatte.

Wenn es Dir wie mir geht und Du nach einer einfachen, gesunden und passenden Alternative suchst, die nicht den Anspruch der perfekten Butterkopie hat, bist Du an der richtigen Adresse. Freue Dich schon mal auf neue Entdeckungen bei Geschmack und Co., und vielleicht, wie ich, über eine gefüllte Lücke im Kühlschrank.

Aber erst einmal zurück ins Flugzeug: Mein Sitznachbar und ich waren uns schnell einige, dass Öle für uns beide eine wichtige Rolle spielen. Seine Nutzung von zwei wunderbaren Ölen in Kombination war mir bis dahin aber unbekannt.

Kokosöl und Leinöl – im Verhältnis 2 : 1 – vermischt und im Kühlschrank aufbewahrt.

Das ist so einfach, wie genial.

Frisch gemischt aus Kokosöl, Leinöl und MandelmusFrisch gemischt und noch flüssig.

Die beiden Öle ergänzen sich vortrefflich in Beschaffenheit und Geschmack und das Gute für Brotliebhaber: Durch das Kokosöl wird die Masse streichbar.

Mit diesem einfachen Hinweis habe ich weiter rumgebastelt und bin der Meinung, dass eine dritte Zutat der ganzen Sache das besondere Etwas verleiht.

Hafermilch war das erste was ich zur Hand hatte und mir passend erschien. Geschmacklich war das für mich eine gute Wahl, aber die Konsistenz war mir nicht buttermäßig genug.

Derzeit ist Mandelmus mein Favorit. Es ist kräftig genug, aber nicht zu hervorstechend. Cashewmus ist auch eine gute Wahl, aber Deiner Kreativität sind beim Variieren und Ausprobieren keine Grenzen gesetzt.

Angefangen beim Salz kannst Du mit verschiedenen Gewürzen experimentieren und damit liegen auch verschiedene „Kräuterbutter“ und Aufstriche für Baguette und Co. zum Grillen nicht mehr weit.

Wenn ich wild mixe, messe ich die Zutaten nie ab, sondern greife intuitiv zu Bestandteilen. Mischverhältnisse entstehen so ganz automatisch abhängig von Konsistenz und Geschmack der jeweiligen Zutat.

Nur drei Zutaten für Deine vegane Nicht-Butter

Meine Mischung

Extra für Dich habe ich beim letzten Mischen abgewogen und notiert, woraus sich meine „Butter“ zusammensetzt:

90gr Kokosöl
45gr Leinöl
6gr Mandelmus

Ich nutze das Kokosöl im flüssigen Zustand, das macht das Mischen deutlich einfacher. Rühr einfach alles gut zusammen und packe es direkt in den Kühlschrank.
Nun nur noch ein bisschen Geduld und Du kannst die Masse auf Dein Brot streichen.

Streichfertige Nicht-Butter aus dem KühlschrankStreichfertig aus dem Kühlschrank.

Was steckt dahinter?

Nun noch einige (wirklich ganz) schnelle (ja, ehrlich!) Infos zu den drei Zutaten:

Kaltgepresstes Kokosöl

Wahrscheinlich kannst Du es schon nicht mehr hören: Kokosöl ist zur Zeit in aller Munde.

Der hoher Anteil (50%) an der gesättigten, mittelkettigen Laurinsäure, die sonst eher selten in der Natur vorkommt, macht dieses Öl so wertvoll für uns.

Eigenschaften: Sehr hitzestabil und kann daher toll für Braten und Backen bei sehr hohen Temperaturen verwendet werden. Musartige Konsistenz, ab rund 24°C wird es flüssig.

Geschmack: Milder, leicht süßlicher bis neutraler Geschmack

Wirkung: antibakteriell, antiviral, fungizid

Natürliches Abwehrmittel gegen Krankheiten und vor allem Entzündungen (stärkt das Immunsystem), schnelle Unterstützung gerade bei Erkältung und Halsschmerzen, fördert Verdauung und Nahrungsabsorption, liefert eine gesunde und schnelle Energiequelle, schützt äußerlich den natürlichen Heilungsprozess der Haut, neutralisiert Hautreizungen und verringert Narbenbildung.

Lagerung: Außerhalb des Kühlschranks

Leinöl

Leinöl steht tatsächlich an der Spitze der gesunden Öle/ Fette. Das liegt daran, dass es so viel der 3-fach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure enthält, wie kaum ein anderes Pflanzenöl und sogar mehr als Fisch. Leinöl enthält bis zu 55% Omega-3-Fettsäuren, was bedeutet, dass nur wenig Leinöl ausreicht um Deinen Tagesbedarf zu decken.

Zum Vergleich: Hering, Makrele, Thunfisch: ca. 3%. Tolle Nachricht für Veganer, für alle, die keinen Fisch mögen und auch keine Fischölkapseln einnehmen wollen.

Weitere Bestandteile: Omega-6, Omega-9, Vitamine E, D, C, B1, B2, Provitamin A, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

Geschmack: intensiv nussig und herzhaft

Verwendung: Leinöl kann für alle möglichen kalten Speisen verwendet werden. Langsam dazugeben, der Geschmack kann schnell sehr dominant herausstechen. Es ist nicht zum Braten, Dünsten oder Backen geeignet. Nicht erhitzen!

Pellkartoffeln mit Quark, die mit dem Öl aus Leinsamen verfeinert werden, ist, vor allem in Schlesien und in der Gegend rund um Berlin, ein traditionelles Gericht.

Wirkung: entzündungshemmend, antioxidativ, blutgerinnungsfördernd, reguliert Blutdruck/ Blutfett, positive Wirkung auf die Stimmung und das Denkvermögen, Regulierung des Blutzuckerspiegels (Vermeidung von Diabetes), Unterstützung der Nierenfunktion, durch die Lignane antikarzinogene Wirkung.

Achtung: Eine zu hohe Menge Leinöl ist nicht mehr gesund. Kritisch wird es ab rund 100 Gramm am Tag. (Aber wer sollte diese Menge auch an einem Tag essen wollen?) Wer Leinöl pur einnehmen will, sollte langsam – und mit nicht mehr als 3 Esslöffel pro Tag – einsteigen.

Lagerung: Der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Leinöl kann bei ungünstiger Lagerung recht schnell dazu führen, dass das Öl ungenießbar wird (Oxidation der Fettsäuren).

Bewahre das Leinöl immer im Kühlschrank auf und verbrauche es innerhalb von längstens drei Monaten nach dem Öffnen. Seit ich es für „Butter“ verwende habe ich kein Problem mehr das Öl zügig verbrauchen. Trotzdem bietet es sich hier an, es in kleinen Flaschen zu kaufen.

Mandelmus

Mandeln sind sehr gesund und unterstützen Deine ausgewogene Ernährung.

Neben Mandelöl und Spuren von Zucker, enthalten sie vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren und Mineralstoffe. Der Anteil von Kalium, Magnesium und Kalzium ist höher als bei Nüssen. Weiteres: Eisen, Phosphor, Vitamin B1, B2, B6, Vitamin E, Folsäure, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.

Tatsächlich decken nur wenige Löffel eines hochwertigen Mandelpürees einen Großteil des täglichen Mindestbedarfes an Magnesium. Idealerweise ist Calcium im richtigen Verhältnis enthalten, was dazu führt, dass beide Mineralstoffe ideal aufgenommen und verwertet werden können.

Wirkung / Eigenschaften: Basisch, prebiotisch, Schutz vor freien Radikalen (Vitamin E), Stärkung der Nerven (Vitamin B12), Energie für die Zellen (Vitamin B2), Schutz vor Diabetes, Stärkung der Knochen, können bei Gewichtsabnahme helfen, Senkung des Cholesterinspiegels.

Bezugsquellen

Wichtig ist es, auf Qualität zu achten. Diese Quellen nutze ich gerne, aber ich kaufe die Zutaten auch direkt vor Ort.

Mandelmus
von Rapunzel bei Amazon
dunkel*
weiß*

Kokosöl
Dr. Goerg*
Dr. Georg bei Amazon*

Leinöl
Ölmühle Solling
Amazon*

Quellen / zum Weiterlesen

Leinöl
http://www.naturinstitut.info/leinoel.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Leinöl
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/leinoel.html

Kokosöl
Es ist derzeit wohl leichter über Kokosöl zu lesen als nicht darüber zu lesen. Trotzdem hier wenigstens zwei Links.
http://www.kokosoel.info
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-ia.html

Mandelmus
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/mandeln.html
http://www.mandelmus.org/ist-mandelmus-gesund/
http://www.perfektegesundheit.de/blog/2014/02/05/mandeln-fuer-ihre-gesundheit/
http://www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/mandeln-snacken-und-trotzdem-abnehmen\_aid\_14185.html
http://mandelmus-wissen.org/inhaltsstoffe-naehrwert-mandelmus/
http://www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/mandelmus-cremig-gesund-und-nussig-lecker-205504.html

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1 Kommentar

  • Christin
    Reply Christin 14. Oktober 2016 at 0:34

    Gerade beim Veröffentlichen des Artikels ist mir aufgefallen: Ich habe überhaupt kein Wort darüber verloren, warum Margarine keine Alternative für Butter ist. Es ist mir beim Schreiben des Artikels nicht mal in den Sinn gekommen… So wenig Existenzberechtigung hat das Zeug für mich.
    Also Frage an Dich: Interessiert das an dieser Stelle? Wenn ja, würde ich das nachholen und einen kleinen Artikel über böse und gute Fette schreiben :)

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