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Organisation

Vom Loswerden nach dem Loslassen – Teil 1

Ballast abwerfen, Besitz minimieren, „Kram“ ausmisten, „Zeug“ entrümpeln, … scheint nicht mehr nur bei Minimalismus-Interessierten ein Thema zu sein. Immer öfter begegne ich inzwischen dem Wunsch nach weniger Besitz oder zumindest nach weniger überflüssigem „Kram“.

Heute möchte ich aber keine alte oder neue Technik zum „Loslassen“ vorstellen, sondern mich ganz pragmatisch damit beschäftigen, wie das Zeug aus dem Haus kommt, sobald Du Dich davon gelöst hast.

In den letzten Wochen bin ich diesbezüglich vermehrt um Rat gefragt worden. Insgesamt sind es immer ähnliche Fragen: „Wo verkaufst Du Deine Sachen?“, „Was lohnt sich überhaupt zu verkaufen?“, „Wie gehe ich das am besten an?“, „Wo kann ich Dinge spenden oder verschenken?“, usw.

Da diese Fragen vielleicht nicht nur in meinem Bekanntenkreis die Runde machen, sondern vielleicht auch Dich interessieren, schreibe ich meine persönlichen Erfahrungen und Vorgehensweisen einfach mal auf. Netter Nebeneffekt: Ich muss die Dinge nicht noch 100 mal erzählen :) Ich rede zwar gerne viel, wenn der Tag lang ist, aber so ist es vielleicht doch einfacher und praktischer.

Es gibt natürlich sehr viele Möglichkeiten, Plattformen und noch sehr viel mehr perfekte Tipps und Tricks, aber ich bin mit meinen nachfolgenden simplen Kniffen bisher sehr zufrieden. Das liegt aber vor allem daran, dass mir der „Kosten-Nutzen-Faktor“ wichtig ist und dazu gehört wie viel Zeit ich mit diesen Dingen verbringe. Schließlich soll der Weg zum „Weniger ist mehr“ nicht in Stress ausarten.

Dieser Artikel erhebt dementsprechend keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Zeit vs. Geld

Inzwischen sollte hier deutlich geworden sein, dass ich die Dinge gerne einfach und pragmatisch mag.

Daher stelle ich mir zu jedem Teil, das ich aus meinem Haushalt entfernen möchte, erst einmal die folgende Frage:

Wie viel könnte das Teil in Euro noch wert sein?

Die Frage ist nicht immer leicht zu beantworten. Mir persönlich reicht daher eine grobe Orientierung, die direkt die nächste Frage mit sich bringt:

Könnte der Artikel noch so viel Geld bei einem Verkauf bringen, dass sich die dafür investierte Zeit lohnt?

Da diese Einschätzung bei jedem anders liegen wird, macht es wenig Sinn, eine pauschale Grenze dafür zu nennen. Etwas zu verkaufen kostet Zeit und Arbeit. Je nach Art und Weise sind zum Beispiel folgende Dinge zu tun:

  • Ggf. säubern, auf Vordermann bringen, für Fotos aufhübschen
  • Fotos machen, Beschreibung erstellen
  • Ggf. Fragen von Interessenten bearbeiten oder Zeit für Besichtigungstermine erübrigen
  • Organisatorische Tätigkeiten, die eine Abholung mit sich bringen oder verpacken und zur Post bringen

Bedacht werden muss weiterhin, dass eine Verkaufsplattform eventuell Gebühren verlangt, Kosten für Abrechnungen – z.B. über PayPal – und Verpackungsmaterial anfallen können.

Für die Einschätzung, ob sich ein Verkauf lohnt, spielt die persönliche Situation eine Rolle. Falls Dir Tätigkeiten rund um einen Verkauf von Dingen Spaß macht, Du wirklich jeden Cent brauchst und die Zeit egal ist, wird die Grenze vermutlich anders aussehen, als in der gegenteiligen Situation. 

Interessant finde ich, dass sich meine Grenze zusätzlich am Produkt selbst orientieren kann. Es gibt durchaus Dinge, für die ich den Aufwand in Kauf nehme, obwohl die „Rechnung“ nicht ganz stimmig ist und bei anderen bin ich sehr kritisch.

Meine Vermutung ist, dass ein mir persönlich höherer Wert mich eher dazu motiviert etwas zu verkaufen, als wenn mir die Sache mehr oder weniger egal ist.

„Führ mich zum Schotter“

Du beschließt, dass die Sache wert ist verkauft zu werden. Prima. Dann stellen sich nun die folgenden weiteren Fragen:

  • Hast Du eine größere Menge von einer bestimmten Produktgruppe zu verkaufen?
  • Kannst Du den Wert relativ eindeutig benennen?
  • Bist Du risikofreudig?
  • Lässt es sich gut verschicken?
  • Wie groß schätzt Du allgemein das Interesse an dem Artikel ein?
  • Hat der Artikel einen regionalen Bezug?
  • Hast Du viele verschiedene Dinge zu verkaufen und Zeit und Lust daraus ein „Event“ bzw. einen Ausflug zu machen?

Diese Art Fragen sind hilfreich, um die richtige Verkaufsplattform zu finden. Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich Dir einen kleinen Leitfaden geben, der Dir durch die Beantwortung von Ja-Nein-Fragen eine grobe Orientierung durch den Verkaufsdschungel geben soll.

Flohmarkt und Co.

Falls Du viele verschiedene Teile zu verkaufen hast, vielleicht sogar jemanden kennst, dem es auch so geht, Zeit und Lust hast, kann ein Flohmarkt eine spaßige Angelegenheit sein.

Ich muss gestehen, dass meine Flohmarkterfahrungen schon eine Weile her sind. Daher ist diese Rubrik nicht gerade mein Fachgebiet. Wo Flohmärkte in der eigenen Stadt stattfinden, findest Du im Netz. Hier gibt es große und kleine, spezialisierte und welche auf die man sozusagen alles mitbringen kann. Genauso unterschiedlich sind Gebühren und Auflagen.

Hier ein paar Punkte, die eventuell zu bedenken und berücksichtigen sind:

  • Du brauchst ein Tisch – z.B. ein Tapeziertisch – und bei Kleidung ist ein Kleiderständer praktisch
  • Eine Möglichkeit die Sachen zum Flohmarkt zu transportieren.
  • Es ist hilfreich und wesentlich spaßiger den Stand nicht alleine zu betreiben. Alleine für etwas profanes wie einen Toilettengang ist ein Flohmarktpartner Gold wert, damit immer jemand am Stand bleiben kann.

Pro | Contra

Pro: Du wirst hier die merkwürdigsten und kruschigsten Sachen los und die Sache kann Spaß machen.

Contra: Mögliche Punkte sind Wetterabhängigkeit, Langeweile, Erfolglosigkeit, falsche Zielgruppe bzw. zu wenig Ertrag.

Als Kind war ich öfter mit meiner Mutter auf einem kleinen Flohmarkt und fand es spannend und aufregend auf diesem Weg mein Taschengeld aufzustocken. Wir waren aber nicht nur zu zweit, sondern mit einem weiteren Mutter-Tochter-Gespann unterwegs. Störend war höchstens das sehr frühe Aufstehen. ;)

Kleinanzeigen

Ich bin – besonders seit es die passende App gibt – ein Fan von eBay Kleinanzeigen. Damit möchte ich nicht sagen, dass dies die beste Kleinanzeigen-Plattform ist, sondern, dass ich mit meiner Wahl zufrieden bin. Über Empfehlungen freue ich mich natürlich trotzdem.

eBay Kleinanzeigen hat eine ordentliche Reichweite und bietet mir die Bequemlichkeit, die mir wichtig ist.

Gerade mit Hilfe der App, lässt sich ein Artikel in wenigen Schritten und kleinem Aufwand online bringen.

Die App ist übersichtlich strukturiert und lässt sich einwandfrei bedienen. Ich gehe gerne über die App, da ich das Handling mit den Fotos so einfacher finde und es schneller geht. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Die Browser-Version ist ebenso gut geeignet.

Es gibt einen internen Messenger, über den die Anfragen herein kommen. Die Lösung finde ich sehr gelungen. Du kannst über die App, den Browser oder sogar direkt per E-Mail antworten. Denn jede Anfrage, erhält man zusätzlich per E-Mail. Du kannst direkt mit der Antwort-Funktion Deines Mail-Clients antworten. Die Angabe einer Telefonnummer ist freiwillig.

Punkte, die dazu führen, dass ich bei Kleinanzeigen verkaufe:

  • Ich kenne den Wert des Artikels bzw. ich weiß genau was ich dafür haben möchte.
  • Ich möchte keine Gebühren zahlen müssen.
  • Bei Kleinanzeigen sind oft Menschen aktiv, die bereit sind etwas abzuholen.
  • Ein Versand wäre schwierig oder mir zu umständlich. Zum Beispiel bei großen, sperrigen oder zerbrechlichen Dingen.

Vorgehensweise:

Einmalig gilt es mit wenigen Schritten und kaum verpflichtenden Angaben ein Konto zu eröffnen.

Pro Artikel:

  • Kategorie auswählen
  • Fotos machen
  • Text verfassen
  • Preis angeben. Festpreis oder Verkauf auf Verhandlungsbasis.

Handeln

Die Leute versuchen zu Handeln. Ob Du nun einen VB-Preis angibst oder nicht. Dies lässt sich natürlich einplanen, in dem Du einen Puffer für Dich einbaust und so dem Käufer ein Erfolgserlebnis verschaffst. Du kannst versuchen in der Beschreibung deutlich machen, dass es ein Festpreis ist und nichts geht und hoffen, dass Du Dir damit die Anfragen zum Thema Preissenkung ersparst, aber gehe lieber nicht davon aus :)

Pro | Contra

Pro:

  • Keine Gebühren.
  • Angebote können zeitlich unbegrenzt eingestellt werden.
  • Es ist jederzeit möglich das Angebot zu überarbeiten, zu löschen oder zu pausieren.
  • Für ein Konto sind nur sehr wenige Angaben erforderlich.
  • Artikel können deaktiviert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiviert werden. Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn anfangs extrem viele Anfragen eingehen oder ein Interessent den Artikel reservieren möchte.
  • Es ist möglich Zusatzoptionen zu kaufen, um das Angebot hervorzuheben oder weiter oben bei den Suchanfragen zu listen. Bei hochwertigen Artikeln kann bereits eine günstige Zusatzoption sehr effizient sein.

Contra:

  • Ohne gekaufte Zusatzoptionen, kann eine Anzeige schnell in den Tiefen der Artikellisten verschwinden.
  • Keine Bewertungen der Verkäufer oder Käufer, kein Käuferschutz, u.a. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass der Handel gut über die Bühne geht, sollte über die Kleinanzeigen am Besten nur mit Abholung arbeiten. Ich selbst habe schon oft Artikel verschickt, aber erst wenn das Geld bei mir angekommen war. Das Risiko liegt dann voll beim Käufer, was aber viele Leute nicht davon abhält, auch über die Ferne bei Kleinanzeigen zu kaufen.
  • Ist es kein häufig gesuchter Artikel, kann etwas Geduld nötig sein, bis sich ein passender Interessent meldet.

www.ebay-kleinanzeigen.de

eBay

eBay ist eine spannende und vielseitige Plattform zum Verkaufen. Längst ist die Versteigerung nicht mehr die einzige Möglichkeit. Ich stelle nur die vor, die ich auch schon benutzt habe, da ich dementsprechend nur diesbezüglich Erfahrungen teilen kann.

Punkte, die dazu führen, dass ich bei eBay verkaufe:

  • Ich habe keine Ahnung, ob sich überhaupt jemand für mein Produkt interessiert, kann nicht einschätzen, was es für die unbekannte Zielgruppe noch wert sein könnte, habe aber das Gefühl, dass ein Verkauf trotzdem nicht uninteressant ist.
  • Ich selbst würde das betreffende Produkt nie gebraucht (und) über eBay kaufen, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass es viele Menschen gibt, die meine Einstellung nicht teilen. Leider kann ich hier sehr schlecht Richtlinien angeben, die helfen einen Artikel als verkäuflich oder nicht verkäuflich einzustufen, da ich das intuitiv entscheide und die Intuition mit Erfahrungswerten aus rund 13 Jahren und Empathie stütze.

    Es kommt darauf an um was es sich handelt. Es gibt kuriose Dinge, die nicht mal neu einen Wert hatten, aber durch faszinierende Gegebenheiten theoretisch sogar einen hohen Verkaufswert erzielen können. Mir fällt da spontan das Thema Überraschungseier-Figuren ein.

    Es kann hilfreich sein, sich so gut wie möglich in eine mögliche Zielgruppe hineinzuversetzen und alle möglichen Szenarien durchzuspielen. Ansonsten kann ich an dieser Stelle nur anbieten: Fragt mich und ich gebe mein Bestes für eine sinnvolle Einschätzung :)

  • Komfortable Abwicklung, viele Einstellmöglichkeiten, Optionen

Vorgehensweise & Angebotsformen

Im Wesentlichen gleicht der Ablauf dem der Kleinanzeigen, nur dass eBay deutlich mehr Möglichkeiten für eine genaue Beschreibung liefert. Das Verkaufsformular ist viel umfangreicher und individuell auf die ausgewählte Kategorie abgestimmt. Meine Devise: So viel wie nötig und so wenig wie möglich ausfüllen. Aussagekräftige Fotos sind besonders wichtig.

Auktion:

Die Auktion ist der Klassiker. Sehr praktisch, wenn Du nicht sicher bist, was Dein Produkt noch einbringen könnte. Zusätzlich kommt Dir bei Versteigerungen der Effekt entgegen, dass manche Menschen am Ende unbedingt erfolgreich sein wollen. Sogar dann, wenn der Preis zwei Minuten vor Ende der Auktion besonders hoch und daher uninteressant geworden ist. Ich bin mir nicht sicher, wie dieser Effekt heißt… Bieterwahn? Unbedingt gewinnen wollen? Zumindest kann das Adrenalin beim Bieten Deiner Sache nur dienlich sein.

eBay verlangt keine Einstellgebühr, wenn Du mit einem Euro Startpreis startest. Die 1-Euro-Start-Option ist meiner Meinung nach völlig ausreichend. Sogar zwölf Fotos sind inklusive.

Die Möglichkeit einen Sofortkauf anzubieten ist eine zusätzliche Option für Kaufinteressenten, die das Ende der Auktion nicht abwarten wollen. Du und auch der Käufer gehen beim Sofortkauf ein Risiko ein. Durch das Abwarten der Auktion hätte der Käufer das Produkt gegebenenfalls günstiger erstehen können, während Du nie wissen wirst, ob das Auktionsende Dir eine positive Überraschung beschert hätte. Also den Sofortkauf sorgfältig abwägen. Solltest Du es selbst eilig haben den Artikel aus dem Haus zu schaffen, ist die Option zusätzlich eine Überlegung wert.

Bei Auktionen gibt es inzwischen die Möglich einen Mindestpreis anzugeben. Der Artikel wird dann nicht unter diesem Preis versteigert. Ich habe diese Möglichkeit noch nie verwendet, da sich eBay dies ordentlich bezahlen lässt und der gleiche Effekt auch mit anderen Möglichkeiten zu erreichen ist.

Auktionsdauer: 5, 7 oder 10 Tage

eBay bietet den Service einen unverkauften Artikel direkt und automatisch für den gleichen Preis erneut einzustellen.

Festpreis mit Preisvorschlag:

Normalerweise würde ich bei eBay keinen Artikel mit Festpreis einstellen. Dafür nehme ich lieber die Kleinanzeigen. Allerdings hat eBay eine Funktion bzw. Option, die dem Käufer die Möglichkeit bietet Dir einen Preis vorzuschlagen und das kann eine sehr interessante Variante sein. Gerade wenn es um einen Artikel geht, bei dem Du Dir über den Wert nicht sicher bist, aber Dich nicht dem Risiko einer Auktion aussetzen möchtest.

Kosten:

Kostenfrei ein Angebot bei eBay einzustellen, ist ohne Probleme möglich. Dies ist für private Nutzer inzwischen für 20 Artikel im Monat möglich. Bevor eBay dieses Jahr seine Gebührenordnung überarbeitet hat, waren es mal 100. Ab dem 21. Artikel kostet es – derzeit – 50 Cent Angebotsgebühr. Bis dahin entstehen Kosten nur, wenn Du kostenpflichtige Optionen in Anspruch nimmst. Zusätzliche Fotos, Einstellen eines Mindestverkaufspreis, Startzeitplaner, u.a. Willst Du Dich vorab über Kosten informieren, kannst Du den Gebührenrechner verwenden, ansonsten sind anfallende Kosten beim Einstellen des Artikel sehr transparent.

Ist ein Artikel verkauft, fällt immer eine Verkaufsprovision an. Diese wird prozentual am Gesamtpreis des betreffenden Artikels berechnet. Neu seit diesem Jahr ist, dass zum Gesamtpreis auch mögliche Versandkosten gerechnet werden. Die Provision beträgt aktuell 10 Prozent.

Den eBay-Newsletter zu abonnieren kann interessant sein, da eBay immer mal wieder Sonderaktionen startet, durch die es möglich sein kann, Kosten zu reduzieren.

Vorsicht:

eBay verändert gerne mal Preise oder es laufen gerade Sonderaktionen. Daher immer unbedingt die die Angebotsgebühr – derzeit wird die in der Seitenleiste immer angezeigt – im Blick behalten.

Pro | Contra

Pro:

  • Vielfältige Möglichkeiten.
  • Große Reichweite.
  • Mit einem Bewertungssystem und strikten Regeln ist eBay wohl als recht sichere Plattform einzustufen. Bei den wenigen Malen, die ich Probleme hatte, hat eBay geholfen und es konnte geregelt werden. Daher kann ich hier nichts Negatives berichten.
  • Die komplette Verkaufsorga läuft über eBay, inklusive Kommunikation, Problemlösung und dem Drucken von Versandaufklebern.
  • Für ein recht großes Sortiment gibt es bereits vorgefertigte Fotos und Beschreibungen, die man übernehmen kann. 

Contra:

  • Die Verkaufsprovision, die prozentual an eBay geht, kann schon ordentlich weh tun.
  • Es ist nicht unerheblich wann (Tag und Uhrzeit) Auktionen starten bzw. enden. Willst Du Kosten durch Startzeitplanung vermeiden, bist Du insgesamt beim Einstellen der Auktion weniger flexibel.

www.ebay.de

Professionelle Ankäufer: momox, flip4new und co.

Verkaufen ja, aber:

  • der einzelne Artikel ist den Aufwand nicht wert?
  • Du hast keine Lust auf private Käufer?
  • Du scheust besonders den Aufwand und die eventuell auftauchenden Probleme bei hochpreisigen Technikartikeln?

Ankaufsplattformen bieten natürlich einen niedrigeren Preis, als ein Endverbraucher. Die ankaufende Firma möchte schließlich gerade an diese Endverbraucher weiter verkaufen und dabei etwas verdienen. Trotzdem nutze ich sehr gerne einige dieser Dienste.

Produkte, die ich über Ankaufsplattformen verkaufe bzw. schon verkauft habe:

  • Bücher
  • CDs
  • DVDs
  • Technik
  • Klamotten

Bücher, CDs, DVDs, …

Rechnest Du Dir den möglichen Gewinn bei dem Verkauf eines Taschenbuchs über eBay aus, wirst Du wohl eher nicht auf die Idee kommen einzelne Taschenbücher bei eBay einzustellen. Vom Aufwand abgesehen, ist ein Taschenbuch kein sehr hochpreisiges Produkt und der Gebrauchtwert eher niedrig anzusiedeln. Dabei muss noch jemand den Versand zahlen und Du die Verkaufsprovision an eBay. Macht wenig Sinn. Natürlich lässt sich das nicht für alle Bücher verallgemeinern. Es gibt wertvolle Bücher, die den Aufwand wert sein können.

Ein Dienst wie Momox zahlt eine bestimmte Pauschale für das betreffende Buch. Wie sich diese genau berechnet, kann ich nicht beantworten, da diese wirklich individuell pro Buch ist. Wert beim Wiederverkauf, Nachfrage, … es wird einiges eine Rolle spielen.

Daher kann es sehr frustrierend sein ein einzelnes Buch über solch einen Dienst zu verkaufen. Stehen da doch mal Zahlen, wie 10 Cent im Raum.

Möchte ich aber nicht nur ein Buch, sondern 20 oder 200 verkaufen, sieht der Ertrag am Ende schon wieder ganz anders aus. Schließlich bringen nicht alle Artikel so wenig ein. Zudem ist es schnell und praktisch. Damit sind wir wieder beim Kosten-Aufwand-Nutzen-Faktor.

Über die Handycamera kann ich bei Bücher, CDs und DVDs direkt den Barcode scannen, sehe direkt den Ankaufsbetrag und kann den Artikel in den Verkaufskorb legen. Am Ende bestätige ich den Ankauf, drucke mir ein Versandlabel und einen Beipackzettel aus, packe alles in eine Kiste und schicke es weg. Teilweise wird das Paket sogar auf Wunsch abgeholt. Dies bedeutet, dass ich in sehr kurzer Zeit und mit wenig Aufwand Dutzende von dieser Art Artikel „loswerden“ kann und hätte über einen Einzelverkauf vermutlich nicht (viel) mehr Gewinn gemacht.

Ich habe alle meine Bücher und CDs, die ich nicht verschenkt habe, bei Momox verkauft.

Technik

Laptops, Rechner, Fernseher, Kameras, Objektive und lassen sich ebenfalls sehr gut über diesen Weg verkaufen. Du solltest Dir aber bewusst machen, dass Du mit einem Privatverkauf vermutlich mehr Gewinn erzielen könntest.

Den betreffenden Artikel musst Du über die Plattform selbst bewerten. Nach der Einsendung wird diese Einschätzung überprüft. Falls Der Ankäufer Deine Einschätzung nicht teilt, wird er Dir ein Alternativangebot unterbreiten. Wenn Du dieses nicht annehmen möchtest, wird Dir der Artikel kostenfrei zurück gesendet.

Bei flip4new habe ich über die Jahre diverse technische „Altlasten“ verkauft und war mehr als zufrieden.

Klamotten

Ich habe ein paar Mal Klamotten über Momox verkauft, als der Dienst noch ganz neu war. Damals war der Erlös schon gering, aber das Geschäft ist anscheinend nicht sehr lukrativ, weshalb die Ankaufspreise bei den Ankäufern überall noch mehr gesunken sind. Ich habe es nicht mehr genutzt.

Auto

2013 habe ich tatsächlich mein Auto über einen solchen Dienst verkauft. Über wirkaufendeinauto.de. Den Preis habe ich unverbindlich angefragt, fand ihn fair, den Ablauf und die Organisation perfekt und war einfach begeistert. Auch hier hätte ich vielleicht etwas mehr bekommen können, aber es hätte wesentlich mehr Aufwand bedeutet und: Es ist nicht ganz trivial sein Auto privat zu verkaufen und dies risikolos und rechtlich einwandfrei über die Bühne zu bekommen. Vor allem wenn man, wie ich wenig Schimmer in diesem Bereich hat :)

Ein paar Plattformen…

… die mit dem (+) habe ich schon genutzt und für mich persönlich als gut befunden.

www.momox.de (+): Bücher, Spiele und Musik
www.flip4new.de (+): Handys & Elektronik
www.wirkaufendeinauto.de (+): Autos
www.wirkaufens.de (+): Handys und weitere Elektronik
www.rebuy.de: Handys, Tablets, Videopiele, Filme, CDs, Bücher und mehr
www.momox-fashion.de (+): Kleidung
www.kleiderfuchs.de: Kleidung
www.textil-ankauf.com: Kleidung

Pro & Contra

Pro:

  • Keine Kosten
  • Einfach und unkompliziert
  • Kein nennenswerter Aufwand

Contra:

  • Eventuell weniger Gewinn

Und der zweite Streich folgt … bald

Da der Artikel schon wieder viel länger wird, als ich dachte, splitte ich diesen heute auf.

Im zweiten Teil folgen Tipps und Strategien für das Einstellen der Artikel bei eBay und co., einen kleinen Orientierungs-Leitfaden und Infos wie und wo Du Sachen am besten verschenkst, falls Verkaufen keine Option darstellt.

Falls Du zu den Themen konkrete Fragen hast, dann schreib Sie mir doch in die Kommentare, dann kann ich vielleicht bereit im zweiten Teil des Artikels darauf eingehen.

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8 Kommentare

  • Reply Christof 12. November 2015 at 13:34

    Hallo Christin,

    schöner ausführlicher Blogartikel. Gerade wer hochpreisige Gegenstände los bekommen möchte, findet da eine Menge guter Tipps!

    Bei gebrauchten CDs, Büchern, Haushaltsartikel und Klamotten lohnt meiner Erfahrung nach der Aufwand nicht, wenn man nicht gerade auf jeden Cent achten muss. Ich habe eine Zeitlang notiert, wieviel Zeit ich für die „Verkauferei“ investiere, und diese dann mit dem Verkaufserlös abzüglich der Kosten verglichen. Lag deutlich unter dem Mindestlohn! Seitdem verschenke und spende ich viel. Das spart unglaublich viel Zeit und man tut dabei noch etwas Gutes. Bin gespannt, ob Du darauf auch im zweiten Teil Deines Blogartikels eingehst ;-)

    Viele Grüße

    Christof

    • Christin
      Reply Christin 12. November 2015 at 14:45

      Hallo Christof.
      Schön, dass gerade Du als Minimalismus-Fachmann meinen Artikel kommentierst :)
      Die Frage nach der Rentabilität stelle ich mir, wie geschrieben, selbst immer und verkaufe schon längst nicht mehr alles. Daher werde ich wie angekündigt im zweiten Teil auch ein besonderes Augenmerk auf das Verschenken und Spenden legen. So wie Du schreibst, empfinde auch ich das nicht nur als erleichternd, sondern verschafft zusätzlich ein gutes Gefühl.
      Bin gespannt, ob Du mit dem zweiten Teil dann diesbezüglich zufrieden sein wirst und freue mich schon auf einen weiteren Kommentar mit bestimmt zusätzlich interessanten Hinweisen von Deiner Seite :)
      Viele Grüße Christin

  • Reply Jan 13. November 2015 at 20:02

    Ich persönlich kann und will die meisten Dinge gar nicht loswerden, gehöre eher zu den Hortern ;-)

    Ich habe jedoch als Käufer bei gebrauchter Ware gute Erfahrungen mit den eBay-Kleinanzeigen gemacht und schaue auch öfters mal bei quoka.de, wenn ich etwas suche. Kleinanzeigen eignen sich meiner Meinung nach tatsächlich am besten für Dinge, die man nicht so ohne weiteres verschicken kann.

    Wenn ich doppelte Bücher loswerden will und Zeit habe, stelle ich sie meist bei tauschticket.de ein. Die Erfolgsquote ist zwar leider relativ gering bei mir (ca. 5-10%), aber ich freue mich so immer mal wieder über neues Lesefutter.

    Funktionierende Technik ohne wirklichen Wert (z.B. Röhrenfernseher) gebe ich ganz gerne in einer Gebrauchtwarenhalle ab. In Nürnberg gibt es beispielsweise eine von BRK.

    http://www.kvnuernberg-stadt.brk.de/willkommen-beim-brk-kreisverband-nuernberg-stadt/dienstleistungen/gebrauchtwarenhalle

    • Christin
      Reply Christin 14. November 2015 at 17:46

      Danke Jan, für die interessanten Tipps!

  • Reply Laura 14. Januar 2016 at 13:05

    Toller Artikel mit richtig guten Tipps. Vielen Dank dafür.

  • Reply Paul Kledon 11. November 2016 at 13:30

    Super Beitrag ! :)

  • Reply Chris | Wolfsgezwitscher 2. März 2017 at 9:45

    Ich bin gerade über diesen älteren, aber zeitlosen Artikel gestolpert. Flohmärkte habe ich früher oft mitgemacht, in letzter Zeit gar nicht mehr. Was mir aufgefallen ist: Man selbst unterliegt der Illusion von Wert. Denn für manche Dinge bekommt man einfach nichts mehr, auch wenn man das gerne anders hätte. :)
    Womit ich eher schlechte Erfahrungen gemacht habe sind Kleidungsstücke. Die teure Markenjacke, die 300 Euro gekostet hatte ging für 15 Euro weg. Direkt über ebay, die von dir genannten Kleiderportale hatte ich noch nicht getestet.
    Was mir dagegen aus den Händen gerissen wurde zu guten Preisen waren Kallax Regale von Ikea für Selbstabholer.

    Alles in allem: ausprobieren und gucken, was sich verkauft. Beim nächsten Mal hat man dann Erfahrungswerte. Und vor allem braucht man einen Kreislauf aus kaufen und verkaufen, da sonst irgendwann die Wohnung überquillt! :)

  • Reply Marko 12. Juni 2017 at 1:36

    Hey super schön geschrieben 🙂 Mal schauen was es am Ende dann wird 🙂

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